Der Kampfpanzer Leopard 1
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Werkzeug und Zubehör des Leopard 1

Das Außenbordwerkzeug auf der linken Fahrzeugseite

Auch auf der linken Fahrzeugseite ist einer der beiden Spaten in einer Steck- Klemmhalterung untergebracht. Auch dieses Werkzeug war bei Ausbildung oder Übungsplatzaufenthalten oft in Gebrauch. Beim Tarnen der Fahrspuren, Ausheben von Stellungen im Verfügungsraum bishin zur Beschaffung von Tarnmaterial leistete der Spaten gute Dienste. Oftmals wurde aber dieser “Aufgabenbereich von den Besatzungen etwas erweitert”. Der Panzermann kann auf dem Spaten auch leckere Gerichte am offenen Feuer zubereiten. Exemplarisch sei hier nur das legendäre “Spatenei” genannt. Ab der Mitte der 80er Jahre kam eine weitere Anwendung zum tragen. Nun durfte die Notdurft nicht mehr einfach “im Gelände” liegengelassen werden, sondern mußte vergraben werden. Eine Regelung die viele Besatzungen veranlasste die beiden Spaten an Bord deutlich zu Markieren !

Die 8 aus Aluminium gefertigen Wischerstangen werden in einem durch Verschlussbügel verriegelbaren Rahmen auf der linken Fahrzeugseite untergebracht. Die Stangen waren jeweils mit einem Außen- und einem Innengewinde versehen und konnten so zu einer langen Stange verschraubt werden. Zusammen mit den Rohrwischerbürsten dienten sie zum Reinigen und Ölen der Bordkanone. Da die Stangen sich nicht als Hebel eigneten, wurden andere Nutzungsmöglichkeiten gefunden. So konnte mit den Stangen und der Panzerplane eine behagliche Behausung auf der Motorraumabdeckung gebaut werden. Auch wurden die Stangen gern zur Abwehr feindlicher Spähtrupps auf freilaufenden Übung verwendet. Gern wurden die Stangen auch beim Bau von Feldlatrinen als Sitzstange verbaut. Die ersten Lose Leopard 1 verfügten nur über 6 Stangen und einer Stange aus Holz die in T-Form als Griff diente in einer anderen Halterung.

Die Axt dient, wie im zivilen Leben auch, dem Fällen von Bäumen und Sträuchern, sowie der Holzbearbeitung. Immer wieder muß der Panzermann Schuß- und Sichtfeld von Hindernissen befreien, Pfähle zur Markierung anfertigen oder den Verfügungsraum säubern. Dabei leistet die Axt gute Dienste. Auch bei der Vorbereitung von Feuerholz und der Beschaffung von Tarnmaterial ist die Axt unverzichtbar. Untergebracht ist die Axt in einer Steck- Klemmhalterung auf der linken Fahrzeugseite

Das nächste Bild zeigt ein, mit Hilfe von Wischerstangen und der Panzerplane gebautes, “Heckplattenzelt”. Dazu wurden jeweils zwei verschraubte Wischerstangen links und rechts an der Heckplatte eingesteckt und jeweils zwei verschraubte links und rechts zwischen die Turmzusatzpanzerung gesteckt. Danach wird die Panzerplane über diese Stangen gezogen und mit den Befestigungsschnüren am Panzer verspannt. Diese Konstruktion hatte mehrer Vorteile. Neben dem Schutz gegen Niederschläge, sammelte sich die Motorwärme unter dem Zelt. Alle Luken blieben zugänglich und der Raum auf der Heckplatte reicht für bis zu 6 Soldaten, war somit auch ideal für Befehlsausgaben. Die Aufbauzeit für eine eingespielte Besatzung betrug ca. 20 Minuten. Diese Art der Unterbringung war natürlich nur weit ab vom Feind möglich, da der Abbau auch ca. 20 Minuten dauerte.

Kampfpanzer Leopard 1 des Panzerbataillon 74 des 1. Los Januar 1966 mit der ursprünglichen Ausführung der Halterung für die Wischerstangen.

In der Halterung befindet sich hier nur die Holzstange die als T-Griff aufgeschraubt wurde.

In einer Klemmhalterung wird der Bolzenschneider untergebracht. Der Bolzenschneider wurde zur Beseitigung von Draht in den Antriebskränzen / Kette oder von Stacheldrahthindernissen benötigt. Seine Griffe waren zunächst aus Bakelit, wurden aber im Lauf der Zeit durch Gummigriffe ersetzt und waren somit auch gegen Strom isoliert. An der Schneide waren die Bolzenschneider mit einem beweglichen Haken versehen, der beim Räumen von Stachel- / S-Draht hilfreich war. Da dieser Haken aber das Verstauen in der Halterung erschwerte, wurde er oftmals entfernt. Durch eine Stellschraube konnte die Schnittiefe eingestellt werden.

Die Motorraumabdeckung konnte mit dem Hubgeschirr vorne, hinten oder gesammt abgehoben werden. Dazu wurde das Werkzeug in die dafür auf der Triebwerkraumabdeckung vorgesehen Halterungen eingesteckt und befestigt. Nach Lösen der Halteschrauben der Heckplatte wurde nun die Spindel des Hubgeschirrs angezogen und so die Heckplatte angehoben. In Verbindung mit einem Bergepanzer oder Kran konnte auch die gesammte Heckplatte abgehoben werden. Verstaut wurde das Hubgeschirr in einem durch zwei Schraubbügel verschlossenem Halterahmen auf der linken Fahrzeugseite. Die Abhebevorrichtung richtig in diesen Halterahmen zu verstauen war nicht ganz einfach und bescherte dem Werkzeug auch den Spitznamen “Fingerquetsche”

Kampfpanzer Leopard 1A1A2 des Panzerbataillon 74 Herbst 1986 mit Abgehobener Heckplatte auf der Korpsgefechtsübung “Free Lion”

Das  in einer Steck- Klemmhalterung untergebrachte Klauenbeil dient genau wie die Axt, zur Holzbearbeitung. Öfter wurde aber mit dem Klauenbeil Bindedraht gekürzt oder es wurde als Hammerersatz verwendet. Auch konnten Panzermänner mit dem Klauenbeil Dosen von Fertiggerichten öffnen oder verkehrt herum in einen Baum geschlagen, als Kleiderhaken benutzen.

Der Mehrfachbetankungstrichter besteht aus einem klappbarem Metallgestell und einem, an eine Spritztüte aus der Konditorei erinnernden, Kunsstofftrichter. Über den Tanköffnungen in die Heckplatte geklemmt, konnten gleichzeitig 2  Kanister a 25 Liter mit Treibstoff in den Tank gefüllt werden. Bis Mitte der 80er Jahre ein durchaus gängige , wenn auch anstrengende, Form der Versorgung mit Kraftstoff. Dann wurde aber Klar, das es bei dieser Art des Tankens immer wieder zu Umweltverschmutzungen kam und es wurde meist mit Tankwagen betankt. Persönlich habe ich einmal einen Offizier mit einer auf den Mehrfachbetankungstrichter aufgesetzten Toilettenbrille beim “Spatengang” beobachten können. Untergebracht war der Trichter in einer Lösungsmittelresistenten Kunstofftasche im linken Werkzeugkasten.

Auf der Bugplatte wurden ab dem 6. Los / Leopard 1A1A1 Eisgreifer mitgeführt. Diese 20 Eisgreifer konnten zur Erhöhung der Traktion wechselseitig gegen die Kettenpolster in die Kette eingesetzt werden. In den Halterahmen auf der Bugplatte gaben die Eisgreifer aufgebrachtem Tarnmaterial guten Halt.

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Wegen ihrer exponierten Anbringung wurden die T-Zughaken meistens nicht zum Abschleppen genutzt. Ihre Hauptaufgabe war die Funktion als “Türklopfer”. Wollte man jemanden auf dem Panzer sprechen ohne vorher aufsitzen zu müssen, wurde einfach kurz mit dem Schäkel angeklopft. Auch konnte der mit einem Zugdraht versehene und vorher hochgeklappte Schäkel als Alarmierungsmittel im Verfügungsraum eingesetzt werden. Eine ebenso wirksame Methode den Kurzschlaf beim Technischen Dienst zu beenden, war das merfache, heftige anklopfen. Hatte ein Leopard 1 einmal im Gelände die Kette halb abgefahren, konnte ein T-Zughaken zwischen Kette und Antriebskranz gelegt werden und fungierte so als “Abstandshalter”. In den meisten Fällen gelang es so die Kette wieder auf die Antriebskränze zu legen. Der T-Zughaken wurde dabei aber fast immer zerstört.

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