Der Kampfpanzer Leopard 1
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Werkzeug und Zubehör des Leopard 1

Mit der Einführung des Kampfpanzer Leopard1 1965 wurde auch eine Vielzahl von Werkzeug aller Art an die Truppe ausgegeben. Dieses Werkzeug war zum Teil Fahrzeugspezifisch, zum Teil auf allen anderen Fahrzeugen der Bundeswehr ebenfalls vorhanden und zum Teil durch gesetzliche Bestimmungen vorgegeben. Aus Gründen der Vereinfachung in der Materialbewirtschaftung führte das zu seltsamen Begriffen, einer Flut an Versorgungsnummern und Artikel und seltsam anmutenden Wortkreationen. Bordasstattungssatz G, Bordausstattung Ketten KFZ; Zubehör Kpz, Schmierpresse,Hand,stoßbetätigt, 225ccm, Hydraulikkupplung, seien nur ein paar Beispiele !

 

Der Panzermann verwendete andere, einfachere Begriffe.Alles was draußen hängt heißt: “Außenbordwerkzeug”. Um auf öffentlichen Straßen zu fahren braucht der Panzersoldat den “Marschsicherungssatz”. Die im Versorgerdeutsch als Klapptasche, Werkzeug und Zubehörteile, 570mm lg, 830mm br, 16 Schlaufen, 1 Innentasche, 80x150mm bezeichneten und mit 14 Unterartikeln gefüllte Versorgungsartikel hieß einfach “kleine Turmtasche” ! Alles was der Fahrer zur Pflege und Wartung benötigte war das “Fahrerwerkzeug”. In der Regel verblieb das gesamte Werkzeug nur am Panzer, wenn auch mindestens ein Besatzungsmitglied vor Ort war oder der Panzer in einer abschließbaren Halle abgestellt wurde. Ansonsten wurde das Gerät stehts auf- und wieder abgerüstet. Gelagert wurde das Material in so genannten Zugkellern in den Kompanieunterkünften oder in Werkzeugboxen in den Technischen Bereichen der Kompanie.

Das Außenbordwerkzeug auf der rechten Fahrzeugseite

Die Bügelsäge dient dem Panzerman zum Schneiden und Bearbeiten von Holz. Insbesondere zum Schneiden von Tarnmaterial, Herstellung von Pflöcken und Pfählen zur Kennzeichnung von Stellungen, Räumen und gangbar machen von Verfügungsräumen und gedeckten Aufstellungen. Die Bügelsäge ist, wird sie nicht gebraucht, in einer Klemmhalterung auf der rechten Fahrzeugseite untergebracht und eignet sich dort bestens zum Befestigen von Tarmaterial.

Eins der meist gebrauchte Werkzeuge ist wohl der 5 Kg Hammer, der mit vielen “Spitznamen” versehen wurde. So waren Bezeichnungen wie Moker, Mottek oder Ramme durchaus geläufig. Mit dem 5 Kg Hammer wurden Teile gelöst, Dorne auf- und Kettenpolster abgeschlagen, verbogene Teile gerichtet und er diente im Gefechtsdienst zum Einschlagen von Pfählen und Markierungen aller Art. Bei frühen Leoparden war der Hammer noch über der Abgashutze der Heizung angebracht, fing dort aber oft Feuer oder verkohlte. Die Halterung wanderte nach vorn zwischen die Bügelsäge, wo der Hammer in einer Klemmhalterung verstaut wurde. In vielen Leopard 1 - Verbänden wurde der Hammerstiel oliv angemalt, was sich aber schnell als tückisch herausstellte. Werden solch getarne Hammer bei Regen eingesetzt kam es oft zum Abrutschen und zu unfreiwilligen “Hammerwurf - Einlagen”.

Neben seiner Hauptaufgabe, dem Lösen der Kontermutter der Kettenspannevorrichtung, wurde der “kleine Uhrmacher” auch immer gern als Verlängerung von Hebeln aller Art verwendet. Die hintere Öffnung passte auf den großen Kettenspannschlüssel und beide Zusammen waren auch zum Spannen der Kette nötig. Seinen Spitznamen erhielt der kleine Kettenspannschlüssel sicher wegen seiner “filigranen” und schlichten, ganz aus Metall bestehenden Ausführung. Standen keine Kettenarbeiten an, wurde der Schlüssel in einer Steck- Schraubhalterung, direkt über der Abgashutze der Heizung verstaut. Bei laufender Heizung wurden auf diesem Schlüssel gern nasse Handschuhe zu zierlichen “Autorückspiegelanhängern” geschrumpft. Es kam sogar zu Verbrennungen, wenn dieser Schlüssel längere Zeit von den Heizungsabgasen angeheizt wurde!

 

Anordnung von 5 Kg Hammer und Kleinem Uhrmacher an einem Leopard 1 des Panzerbataillon 74 Anfang 1972

Ebenfalls auf der rechten Fahrzeugseite ist einer der beiden Spaten in einer Steck- Klemmhalterung untergebracht. Auch dieses Werkzeug war bei Ausbildung oder Übungsplatzaufenthalten oft in Gebrauch. Beim Tarnen der Fahrspuren, Ausheben von Stellungen im Verfügungsraum bishin zur Beschaffung von Tarnmaterial leistete der Spaten gute Dienste. Oftmals wurde aber dieser “Aufgabenbereich von den Besatzungen etwas erweitert”. Der Panzermann kann auf dem Spaten auch leckere Gerichte am offenen Feuer zubereiten. Exemplarisch sei hier nur das legendäre “Spatenei” genannt. Ab der Mitte der 80er Jahre kam eine weitere Anwendung zum tragen. Nun durfte die Notdurft nicht mehr einfach “im Gelände” liegengelassen werden, sondern mußte vergraben werden. Eine Regelung die viele Besatzungen veranlasste die beiden Spaten an Bord deutlich zu Markieren !

Die Brechstange diente seit der Einführung als Hebel in allen Lebenslagen, war bei Kettenarbeiten unendbehrlich und wurde auch zum gewaltsamen öffnen der Ladeschützenluke gern benutzt. Ab Mitte der 80er Jahre fand das Montierwerkzeug Einzug in die Truppe. Beide Werkzeuge zusammen erleichterten das Aufziehen der Kette. Das Montierwerkzeug wurde hierzu mit einer Seite auf einen Kettenbolzen geschraubt und von der anderen Seite wurde die Brechstange eingesetzt. So konnten zwei Mann die Kette über die Stützrollen zu Leitrad schieben. Nach der Einführung fragten sich viele Panzermänner, wieso sind wir nicht darauf gekommen und etwas später, wie haben wir das eigentlich früher gemacht ?? Verstaut waren beide Werzeuge, aufeinander gesteckt, in einer Steckhalterung die von einem Splint gesichert wurde.

Für Erdarbeiten in steinigem oder schwerem Untergrund führt der Leopard eine Spitzhacke mit. Häufig wurde die Spitzhacke im Winter bei gefrorenen Boden zum Stellungsbau oder für Tarnmasnahmen verwendet. Mitgeführt wird die Spitzhacke in einer Klemmhalterung.

Im rechten Werkzeugkasten fand eine Vielzahl von Teilen Platz. Hier sollten vor allem die Dinge untergebracht werden, die bei einem Ausfall im öffentlichen Straßenverkehr zu Sicherung der Ausfallstelle dienen, da diese von der straßenabgewanten Seite erreichbar waren. So finden wir ein Warndreieck, einen Satz Markierungstücher, eine Kabellampe und das Überbrückungskabel zum Fremdstarten des Panzers.

Die Kabellampe wurde auch oft als Karten- und Leselampe des Kommandanten, oder zum Ausleuchten einer Kettenseite bei der Bahnverladung bei Nacht verwendet.

Der Satz mit den Markierungstüchern, oft auch als Fliegersichttücher bezeichnet, waren reflektierend bedruckte Stoffbahnen die mittels 4 Schnüren zur jeder Art der Fahrzeugmarkierung eingesetzt wurden.

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