Der Kampfpanzer Leopard 1
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Zum Leopard 1A3 Beschreibung

Turm und Waffenanlage des 5. Los Leopard 1A3

Mit Einführung des Leopard 1A3, gelang es erstmals eine in Schottbauweise ausgelegte Panzerung serienmäßig zu produzieren. So gelang es  bei gleichen Außenmaßen, bei verbessertem Hohladungschutz, den umbauten Raum und die Stehhöhe im Turm zu vergrößern. Panzerplatten in Schottbauweise werden in großen glatten Platten vorgefertigt und dann zugeschnitten zum Turmgehäuse verschweißt. Biegungen oder Rundungen sind nur sehr schwer zu realisieren, was den Türmen diese charakteristische “Kastenform” gibt.

Schottpanzerungen bestehen Grundsätzlich aus 3 oder mehr Schichten aus verschiedenen Materialien. Dabei dient die äußere Schicht als Außenschott (1) zur Aufnahme der Geschoßwucht und als Auslöser des Gasstrahls der Hohlladungsgeschosse. Der nun folgende Schottraum (2) nimmt den Gasstrahl des Hohlladungsgeschoss auf und bindet Ihn. Dieser Schottraum war beim Leopard 1A3 mit einem Feuer hemmenden Isolationsschaum ausgefüllt. Die Kampfrauminnenwand wird duch das Innenschott (3) gebildet und soll die Gesamtpanzerungsstärke gegen Panzerbrechende Wuchtgeschosse erhöhen. An der Turminnenseite können, durch die geraden Wände bedingt, gut weitere Elemente wie z.b. Splitterliner (4) oder Strahlenschutzauskleidungen angebracht werden. Die Entwicklung der Schottpanzerung des Leopard 1A3 bildete den Grundstein aller modernen Verbundpanzerungen und ging direkt aus der Entwicklung des Kpz 70 / Leopard 2 hervor.

Diese Draufsicht verdeutlicht gut die Gesamtauslegung des neuen Schweißturms des Leopard 1A3. Turmfront und Blende weisen eine hervorragende Geschossabweisende Form auf. Die Anordnung der Luken entspricht der aller Leoparden. Erstmals wird ein dreh- und kippbarer Winkelspiegel beim Ladeschützen verbaut. Hinter der Ladeschützenluke ist der Einbau einer Nahverteidigungswaffe vorgesehen. Bis zur Einführung, welche nie realisiert wurde, ist die Einbauöffnung mit einer Panzerplatte verschlossen. Das Turmheck weist einen großen Staukasten für die persönliche Ausrüstung der Besatzung auf. Der Zielscheinwerferkasten wandert auf die linke Turmseite. Beide Antennenfüße werden ganz an das Ende des Turms gesetzt.

An dieser Ansicht des rohen Turmgehäuses werden die unterschiedlichen Anbauteile deutlich. Der gesamte Turmheckbereich ist nun ebenfalls überpanzert (1). An den Turmseiten werden Befestigungspunkte für die Nebelmittelwurfanlage (2) angeschweißt. Beide Turmseiten verfügen jeweils über 2 Poller (3) zum abheben des Turms. Auf dem Turmdach werden 2 Gußstahlringe zur Aufnahme von Kommandanten- (4) und Ladeschützenluke (6) eingepasst. Der Richtschützenwinkelspiegel erhält einen Schutzbügel (5) gegen Beschädigung. Mittig wird vorn die Aufnahme für die Rundumkennleuchte aufgeschweißt (7). Die Anschlußdose für den Zielscheinwerfer wandert hinter die Blende, auf die Turmoberseite und erhält 2 Schutzbügel (8). Die Wiege (10) besteht aus Gußstahl und weist die beiden gefrästen Schildzapfenlager (9) zur Aufnahme der Blende und Waffenanlage auf.

 

 

 

Diese Ansicht der linken Turmseite verdeutlicht die gelungene Gesamtkonstruktion des Leopard 1A3. Der Turm macht einen aufgeräumten Eindruck. Insgesamt sind nur wenig Fangstellen zu erkennen, Der dreh- und klappbare Winkelspiegel ermöglicht dem Ladeschützen, auch unter Luke, gute Beobachtungsmöglichkeiten. Der Turm bleibt trotz seiner Länge gut zu übersehen. Bei höherem Raumangebot im Turm, bleibt der Turmdrehkranz ebenso wie die gesamt Außenmaße unverändert zu den Vorgänger Modellen.

Direkt hinter der Ausblickbaugruppe auf der linken Turmseite befindet sich der Deckel zum Ausbau des Entfernungsmesser TEM 2A. Dieser Deckel ist mit 10 Imbusschrauben direkt auf den aus Stahlguss besehenden Lagerbock des TEM 2A aufgeschraubt. Gut sind hier auch die Schweißnähte zu sehen, die es bedurfte eine ausreichend stabile Verbindung zwischen Schott und Gußstahl zu erreichen. Vor dem Deckel die Ausblickklappe der linken Seite des TEM 2A. Mit 2 Schrauben ist der Öffnermechanismus befestigt.

Unterhalb der Nebelmittelwurfanlage auf der linken Turmseite ist die Munitionsluke angebracht. Die Mun - Luke ist ein Gußstalteil, welches mittels Handrad verriegelt werden konnte. An der Innenseite der Mun - Luke ist ein Gummi- Dichtring eingelassen, welche die Luke gegen eindringendes Wasser und bei Betrieb der ABC Schutzanlage, gegen Druckabfall im Kampfraum, abdichtete. Die Luke wird von einem einfachen Scharnier an der Turmwand gehalten.

Draufsicht des vorderen Turmgehäuse. Rechts im Bild der Anschluß des Zielscheinwerfer und der dreh- und kippbare Ladeschützenwinkelspiegel. Der Zielscheinwerfer ist aufgebaut, aber nicht angeschlossen. Mittig auf dem Turmdach der “Zapfen” zum Aufstecken der Rundumkennleuchte. Die Ausblickklappen des Entfernungsmesser sind geöffnet. Der Kommandant hat seine Utensilien, Doppel Fernrohr und rote Flagge im Zwischenraum von TRP und Lukenring abgelegt. Die grüne Flagge ist in einem, vermutlich behelfsmäßig angebrachten, Rohr hinter der linken Nebelmittelwurfanlage eingesteckt.

Die Blende (1) des Leopard 1A3 besteht ebenfalls aus Schottplatten. Auf beiden Seiten sind Handgriffe (2) angebracht, die auch zur Befestigung von Tarnmaterial benutzt wurden. Auf der Front- und Oberseite der Blende wurden die 4 Halterungen des Ir/Weißlicht Zielscheinwerfer angeschweißt. Daneben befindet sich eine Heißöse zu demontage der Blende / Waffenanlage. Am hinteren Rand der Blende sind 15 kleine Ösen (3) zur Befestigung der Blendenplane und den dazu gehörigen Zugfedern angebracht.

An der linken vorderen Kante des Turmgehäuse, direkt oberhalb des linken Ausblick des Entferungsmesser, befindet sich der Gerätestecker des Zielscheinwerfer. Die Steckdose wird bei Nichtbenutzung von einer Staubkappe, die an einer Sicherungskette hängt, geschützt. Links und rechts wird die Steckdose von 2 Abweiserbügeln flankiert. Der linke dieser Abweiserbügel ist durch ein Blech mit einer Bohrung versehen. In diese Bohrung konnten, die Staubkappe des Scheinwerferkabel und die Staubkappe der Steckdose ineinander verschraubt, verstaut werden. Beide Staubkappen waren aus Aluminium gefertigt und mit einem Feingewinde versehen, sehr schmutzanfällig.

Diese Detailaufnahme der rechten Blendenseite verdeutlicht die Anordnung der Schottplatten der Blende und deren breiten Schweißnähte. Rechts im Bild sind die Spannverschlüsse der Rohrschutzhülle zu erkennen. Diese Spannverschlüsse ermöglichen eine genaue Justierung des hinter Hüllenteils. Links im Bild ist die angebrachte Blendenplane zu erkennen. Dazu wurden zuerst die 15 Zugfedern in die, an der Blende und am Turmmaul angeschweißten Ösen, eingehängt. Danach wird die aus Segeltuch bestehende Blendenplane über die Federn auf die Ösen gesetzt und mittels eines hellen Kunststoffseil an den Ösen befestigt. Die Enden der Kunststoffseile werden auf der linken Turmseite von 2 Klemmen gehalten. Im Hintergrund sind nochmals die 4 Halterungen des Zielscheinwerfers und deren Befestigungswinkel zu erkennen.

Gesamtansicht der rechten Turmseite mit aufgebautem Zielscheinwerfer. Beachtenswert ist die unterhalb der Nebelmittelwurfanlage eingelassen Sicke, die Anordnung der Winkelspiegel und des TRP des Kommandanten. Auch die rechte Turmseite ist mit 2 Aufstiegshilfen und einem Abweiser vor der Nebelmittelwurfanlage versehen.

Der rechte Ausblick des TEM 2A mit den beiden Befestigungsschrauben. Am oberen Bildrand, die Gelenkwelle des Öffnermechanismus. Die Klappen des Ausblicks bestehen aus Panzerstahlplatten und wurden per Kurbelmechanismus vom Richtschützen aus dem Innenraum bedient.

Ansicht des Turmheck Leopard 1A3. Links und Mittig die äußere Heckablage mit den beiden Staubehältern für die Rohrwischerbürsten und persönliche Gegenstände der Besatzung. Dazwischen der nach hinten ausklappbare Zielscheinwerferkasten mit Haltegriff. Auf der rechten Seite der durch einen Deckel verschließbare Heckstaukasten. Der Deckel verfügt, ähnlich einem Kofferraum über 2 Aufsteller.Auf dem Turmheck die beiden Antennenfüße der Fahrzeugfunkanlage SEM 25/35.

Die beiden Luken für Kommandant und Ladeschütze weisen die gleichen Veriegelungen / Führungen auf, wie sie auch von den anderen Leopard Modellen bekannt sind. Die Kommandantenluke verriegelt in 2 auf dem Turmdach befestigten, ausgefrästen Rundstählen. Die Ladeschützenluke verriegelt in einem unter Federspannung stehendem Haken. Der Heckstaukasten kann mit 2 Vierkantverschlüssen Wasserdicht verschlossen werden. Der Kasten selbst verfügt auf der Unterseite über eine Wasserablaufbohrung, die mittels eines Gummistopfen gegen Wassereinbruch abgedichtet werden kann. Im mittleren der beiden äußeren Heckablagen sind neben den beiden Behältern für die Rohrwischerbürsten auch die beiden Antennenabstimmgeräte untergebracht.

Der Zielscheinwerferkasten im Fahrzeugheck dient der Aufnahme des Zielscheinwerfer und des dazu gehörenden Kabels. Der Kasten ist nun in einem großen Winkel nach hinten klappbar, um den Zugang zu dem ca 50 Kg schweren Zielscheinwerfer, zu erleichtern. Im Deckel sind 2 Holzblöcke verschraubt die das Scheinwerferkabel aufnehmen. Im Anschluß daran wurde der Zielscheinwerfer in dafür vorgesehene Führungsschienen auf der Klappe eingesetzt und zugeklappt. Verschlossen wurde der Kasten mit 2 Spannverschlüssen, die wiederum durch 2 Verschlußknebel gesichert wurden. Diese Knebel hatten jeweils eine 8 mm Bohrung, um den Kasten mit einem Schloß gegen unbefugten Zugriff zu sichern.

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